Boxenstop am Nürburgring.
Am letzten Wochenende löste ich meinen Gewinn des Designwettbewerbes ein und verbrachte ein paar aufregende Tage mit der Boxencrew des Team Kruse Motorsport, alles echt nette Jungs.
Bereits am Freitag Vormittag zum ersten freien Training war ich pünktlich vor Ort zum 1000km Rennen der Le Mans Series .Dann bekam ich von Teammanager Kai Kruse einen Overall ,Handschuhe und Gehörschutz und konnte so die Arbeiten der Mechaniker am Pescarolo LMP2 verfolgen. Es dauerte natürlich nicht lange und ich konnte auch schon mit anpacken. Jede Hand kann gebraucht werden!!
Zwischendurch bekam ich noch Besuch von Michael Schnatmeyer, der am Samstag mit seinem blauen Puma in der RCN startete.Ich kümmere mich nebenbei ein wenig um seine Homepage und er nutzte die Gelegenheit mich mal wieder persönlich zu treffen.
"Der Aufwand in der Le Mans Serie ist schon enorm, nach jeder Session wird das Auto umfangreich "zerlegt" geprüft und den Wünschen der Fahrer angepasst. Dieses ist auch nötig wenn man vorne dabei sein will. Echt richtig viel Schrauberei für die Jungs. Dann immer wieder die Spezialisten vom Reifenhersteller Kuhmo , des Motorenherstellers Judd,von Bilstein, Brembo....was für ein aufwand!! Ein Trainingstag dauert für die Mechaniker so von 7.30 Uhr bis abends 22.00 Uhr und dabei wird das Auto dann maximal 1-2 Stunden im Training bewegt.
Ebenso stehen täglich Pitstop Trainings an, bei denen der Reifenwechsel und das Tanken trainiert werden. So ein Stop dauert ohne Tanken gut 15 Sekunden . Hier kam nun auch ich zum Einsatz, während der Boxenstops war ich als "Deadman" für die Freischaltung der Tankanlage zuständig.Hier mußte ich während des Tankvorgangs mit einem Hebel den Kraftstoff freigegeben ,ein kleiner aber wichtigen Job (laut Teammanager Kai Kruse),öffne ich zu spät, oder schließe ich zu früh, gelangt nicht genug Spritt ins Auto und die Strategie ist hin. Auch in Punkto Sicherheit muss ich bei einem Zwischenfall die Benzinzufuhr schnellstmöglich unterbrechen. Wie schnell so etwas nötig ist konnte ich beim Team Embassy in der Nachbarbox sehen.Dort stand plötzlich das Fahrzeug in Flammen. Es konnte aber schnell gelöscht werden und sogar weiterfahren echt krass die Engländer! Dann am Sonntag pünktlich um 11.30 rollten die Boliden dann in die Startaufstellung. Mittendrin der Kruse Pescarolo in "meinem" Design, mit den Fahrern Norbert Siedler (Östereich), Toni Burgess (Kanada) und Jean de Pourtales (Frankreich)und natürlich ich. Dort traf ich dann auch auf Mike, der ein paar Fotos schoss. Nach dem Start spulten die Fahrer ihre Runden ab während wir in der Box saßen und die Monitore beobachteten. 4 Boxenstopps und Fahrerwechsel wurden in Bestzeit ohne Probleme absolviert, als der Pescarolo Sportwagen vor dem 5. und letzten Stop der Box fernblieb.Hektik und Aufregung in der Box, wo ist das Auto?? Auf den Monitoren war auch nix zu sehen. Jean war mit einem abgestorbenem Motor liegen geblieben. Wegen eines Elektronikdefektes war das Rennen leider kurz vor Schluss vorbei. Entäuschte Gesichter im ganzen Team, aber "Thats racing" !! Während andere sich bei der Siegerehrung feiern ließen, wurde in Box 16 schon die Boxenausrüstung abgebaut. "Das ist ein echt harter Job als Mechaniker in einer Boxencrew zu arbeiten, das wissen auch die Fahrer, deshalb bedankt sich jeder nach einem Rennen persönlich bei jedem Mechaniker, auch bei mir, das war schon toll !"
Für mich war dieses Wochenende ein wirklich toller Einblick in die Arbeit eines Profi Teams, hier geht es schon ganz anders ab, als ich es aus der VLN kenne. Gegen 19.30 Uhr verließ ich dann den Nürburgring in Richtung Heimat.
Ich hoffe den Z4 demnächst auch in der VLN mit "meinem" Design zu sehen!